Shavasana am See

“…for yoga is not just about the practice of techniques, but is primarily concerned with the ideal state of consciousness that should be permanently present. One cannot have an aggressive, malicious, greedy, or selfish yogin; as long as such qualities remain embedded in the consciousness, then the practice will not be effective, and by the same token, when the practice is properly executed then one’s attitude towards the world is transformed into a mood that is utterly benign and filled with goodwill. Otherwise, what is being undertaken is not really yoga”. (Nicholas Sutton)


Citta-prasda oder «in der Ruhe liegt die Kraft»

Im Yoga geht es weniger darum, bestimmte Körperhaltungen zu beherrschen, als um die Art, wie wir uns in der Welt bewegen. Es geht um die Art des Bewusstseins, die du in dein tägliches Leben hineinbringst; um die Art, wie du in der Welt handelst und dich mit der Welt verbindest.

Citta-prasāda ist die Ruhe, die Gelassenheit, die Klarheit (prasāda), die im Geist (citta) entsteht, wenn man bestimmte Qualitäten kultiviert.

Wie Patanjali in den Yoga Sutras schreibt, verlieren negative Emotionen an Einfluss, sobald bestimmte innere Haltungen durch regelmässiges Üben in den Alltag integriert werden (PYS I, 33-40). Diese inneren Haltungen sind als Vorbereitung und wichtige Begleitung jeder Yoga- und Meditationspraxis zu verstehen. Sie können uns helfen, mit Ängsten und Problemen im täglichen Leben besser umzugehen und innerlich mehr und mehr Ruhe zu entwickeln.

 

1.    Um im Umgang mit Ängsten, Sorgen und Problemen nicht zu verzweifeln, hilft es, sich auf positive Aspekte auszurichten,

·       indem wir uns selbst mit Freundlichkeit (maitrÄ«) und Verständnis begegnen

·       indem wir an Dinge, Personen, Erlebnisse denken, für die wir dankbar sind

·       indem wir überlegen, ob eine schwierige Situation eventuell positive Aspekte in sich bergen könnte

 

2.     Bewusstes Atmen bringt in den gegenwärtigen Moment zurück und bewirkt mentale Entspannung

·       Den Atem bewusst zu spüren, hilft dabei, schwierige Emotionen wahrzunehmen, sie ins Fliessen zu bringen und so besser zu verarbeiten – auch wenn es schmerzhaft ist

·       Pranayama Übungen beruhigen die Emotionen und verbessern die Konzentrationsfähigkeit

 

3.     Den Geist 'binden', sich auf einen Punkt konzentrieren und den Gedankenstrom (für kurze Zeit) zur Ruhe bringen

·       Dieser Punkt kann z.B. der Punkt zwischen den Augenbrauen sein oder der «Lotus des Herzens», auf den man die Aufmerksamkeit immer wieder zurückbringt

·       Auch ein Mantra kann helfen, die Konzentration aufrechtzuerhalten (z.B. das Mantra «So-Ham» - «Ich bin Das» - bei dem einatmend «So» gedacht wird und ausatmend «Ham»)

 

Bei all diesen Übungen geht es vor allem um das Bewusstsein. Es geht darum, sich selbst wahrzunehmen so wie man ist, mit allen Schwächen und Emotionen. Und es geht darum, sich in eine positive Richtung zu entwickeln.

Wird Yoga authentisch geübt, hilft er uns, an negativen Aspekten zu arbeiten und eine Haltung zu gewinnen, die freundlich und offen ist – uns selbst und anderen gegenüber. Yoga hilft uns ebenfalls, unterscheiden zu lernen, was uns fördert und was uns einschränkt oder behindert.

Diese Entwicklung braucht Zeit. Yoga ist ein Weg auf den man sich macht, eine Philosophie, eine Art die Welt zu sehen, mit der Absicht, Körper und Geist immer wieder in Einklang zu bringen und zu entwickeln – ein lebendiger Prozess.