Medizinbuddha

Yoga hilft

Die therapeutische Anwendung des Yoga hat eine lange Tradition

Viele Menschen kommen zum Yoga, weil sie Schmerzen haben, nicht schlafen können, unter depressiven Verstimmungen oder anderen Störungen leiden. Yoga kann hier helfen. Denn die Mittel des Yoga sind darauf ausgerichtet, den Körper, den Geist und die Seele zu unterstützen und den ganzen Menschen wieder in die Balance zurückzubringen. Besonders bei chronischen Erkrankungen, schafft Yoga die Möglichkeit, selbst etwas für sich zu tun und seine gesunden Anteile zu fördern.

Buddhistische Wurzeln einer Gesundheitspraxis

Die heilenden Praktiken machen seit sehr langer Zeit einen wichtigen Teil der Yogapraxis aus. Mit grosser Wahrscheinlichkeit haben Yogis schon an praktischen Werkzeugen für die körperliche und geistige Gesundheit gearbeitet, seit sie sich mit der ÅšramanÌ£a-Bewegung im 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung in ein asketisches Leben zurückzogen und der vedischen Religion den Rücken kehrten.

Sichere, schriftliche Nachweise einer systematischen Gesundheitspraxis gehen bis zum buddhistischen Pali Kanon zurück; einer Sammlung von Schriften aus dem 1. Jahrhundert v.u.Z., von der angenommen wird, dass sie auf mündliche Überlieferungen zurückzuführen ist. (1)

Die Praxis des Yoga ist in einer sehr engen Auseinandersetzung mit dem Buddhismus entstanden. Und die Vorstellung, dass Krankheit ein Hindernis für die persönliche Entwicklung und die Meditationspraxis bedeutet, hat der klassische Yoga aus der buddhistischen Philosophie übernommen. (2)

Gesundheitsförderung im Hatha Yoga

Obwohl das Überwinden von Krankheiten und das Erhalten von Gesundheit nicht das ursprüngliche Ziel des Yoga war, wurde es zu einem wichtigen Teil des Lebens in einer Gemeinschaft und für die Entfaltung des Einzelnen. Mit der Blüte des Hatha Yoga im Mittelalter, wird den körperlichen Praktiken des Yoga eine immer wichtigere Bedeutung für die Gesundheit zugewiesen.

Körperhaltungen - āsanā - beugen bestimmten Krankheiten vor, bringen dem Körper Kraft und Stabilität - È™arÄ«radārḍhye. Atemübungen – prāṇāyāma - wirken reinigend auf den Körper und beruhigen den Geist. Eine gesunde, pflanzliche Ernährung belastet den Körper nicht unnötig, sondern stärkt und unterstützt die Körpergewebe. (3)

Moderne Yogatherapie und wissenschaftliche Forschung

In der modernen Neuinterpretation traditioneller Methoden seit den 1920er Jahren, hat man das Potential des Yoga als Heilkunst wiedererkannt, neu belebt und von dem befreit, was man als «kulturellen Ballast» früherer Jahrhunderte betrachtete, um die Übungen des Yoga im Allgemeinen und der Meditation im Besonderen mit der modernen Naturwissenschaft und Medizin vereinbaren zu können.

Es gibt jedoch in den letzten Jahren auch einen Gegentrend in den Geisteswissenschaften, der gerade den Wert traditioneller Vorstellungen, Ideen und Praktiken kritisch untersuchen und die alten Quellen wieder verfügbar machen möchte. Ein Trend, der z.B. in der Arbeit des "Hatha Yoga Project" - in dem Quellentexte des Hatha Yoga kritisch übersetzt wurden - oder des "AyurYog" Projektes - das sich intensiv mit den verwobenen Geschichten des Ayurveda und des Yoga beschäftigt - zum Tragen kommt.

Das Potential des Yoga und seiner Werkzeuge für die Gesundheit ist also wahrscheinlich noch lange nicht ausgeschöpft.


Fussnoten

(1) C. Pierce Salguero - Paging Dr. Dharma. The curative virtues of Buddhist practice are as old as Buddhism itself, in: Tricycle, The Buddhist Review, Summer 2016, https://tricycle.org/magazine/paging-dr-dharma/

(2) Bettina Bäumer – Die Wurzeln des Yoga. Die klassischen Lehrsprüche des Patanjali – die Grundlage aller Yoga-Systeme. O.W. Barth Verlag, 2005; Sutren I, 30-33

(3) James Mallinson, Mark Singleton – Roots of Yoga, Penguin Books, 2017

Bildnachweis:

Bhaisajyaguru, the Buddha of healing and medicine in Mahāyāna Buddhism

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